Esterka – überlebende der Shoa

Offensichtlich hatte man sie entweder nach Auschwitz oder Majdanek (Lublin) gebracht.) Und die Schikanen fingen erst an. Nach diesem war ich gezwungen einen Moment zu erleben, der sich mir für den Rest meines Lebens einprägte. An einem der Abende brach eine Gruppe Deutscher mit Geschrei und typisch deutsch-faschistische Flüche ausstoßend in unser Haus ein. Auf der Suche nach Gold durchwühlten sie das Haus und schlugen die Männer mit Stöcken. Meine Mutter war eine hübsche und kluge Frau. Sie beherrschte die deutsche Sprache. Und da sie die große Gefahr spürte, flehte sie diese Bestien an: „Bitte, schlagt meine Kinder nicht. Ihr seid doch auch Väter, Brüder, Ehemänner. Nehmt alles mit, was euch gefällt, lasst uns nur am Leben.“ Plötzlich packte mich einer der Deutschen am Arm und meine Mutter sprang wie eine Tigerin mit ihrem Körper schützend vor mich. Mit ihrem Mutterherz fühlte sie, dass mir große Gefahr drohte. Sie nahm ihren goldenen Siegelring vom Finger, um die deutsche Bestie damit zu „befriedigen“. Er ergriff den goldenen Siegelring und da fiel sein Blick auf die goldene Kette meines Vaters. Er warf sich in die Richtung meines Vaters und riss die Kette zusammen mit der goldenen Uhr von der Tasche – der letzte alte Wertgegenstand von den Vorfahren. Dann schlug er meinen Vater, ergriff meinen Bruder Lejme sowie zwei Brüder meiner Schwägerin und lief wild um sich schießend raus.