Esterka – überlebende der Shoa

Wir waren betäubt vor Angst und unser Leid war grenzenlos. Meine Mutter weinte leise. Sie und wir beweinten alle unsere geliebten Brüder. Und so saßen wir bis in die späte Nacht hinein und jeder von uns wusste tief in seiner Seele, dass auch ihn das gleiche Schicksal erwartete. Dann öffneten sich unerwartet die Türen und unsere geliebten Brüder kamen zurück. Ihr Zustand war jedoch jämmerlich, der sich uns bietende Anblick ist mit Worten nicht zu beschreiben. Die Deutschen hatten ihren Todeszeitpunkt verschoben. Sie hatten Zeit, viel Zeit. In dieser Nacht hatten wir alle sehr deutlich die Stärke und Brutalität des Nationalsozialismus gespürt. Dabei war das nur der Anfang.