Esterka – überlebende der Shoa

Den heutigen Zeitgenossen wird diese jüdische Unterordnung vielleicht unverständlich sein. Aber man darf uns, die Juden und alle anderen, die sich „erniedrigten“, dafür nicht kritisieren, denn das war ein ungleiches Spiel, ein ungleicher Kampf. Panzerdivisionen standen vor einer friedliebenden und unbewaffneten Bevölkerung, hinter Gitter gesperrt und ringsherum Feinde, die auf unseren Untergang warteten. Aber das Leben ist stärker als der Tod, stärker als die fürchterlichste Folter. Das kann aber nur derjenige wissen, der an seinem eigenen Leib diese Schrecken und Erniedrigungen erleiden musste. Und bei all diesen Erniedrigungen erhoben sich erst später die jungen Leute und fanden den Weg zum Untergrund, wissend, dass es keine Hoffnung gab und dann fingen sie an, sich zu wehren und dem deutschen Feind Schaden zuzufügen. Da im Untergrund übte man Solidarität und verlor nicht mehr die Würde eines jüdischen Menschen. Doch diese Hölle, die wir alle durchleben mussten, kann man mit den schrecklichsten Märchen (Fabeln) nicht vergleichen. Es gab auch einige Leute, die sich vergifteten, ihr Leben mit Selbstmord beendeten. Dann gab es auch andere, die an das Leben glaubten, an ein Wunder …