Esterka – überlebende der Shoa

Und so kamen wir traurig an unserem neuen Wohnort „Auschwitz-Birkenau“ an. Das war im Januar 1943. Als wir das Lager Birkenau betraten, schor man uns alle kahl. An diesem frostigen Januartag unserer Ankunft befahl man uns, sich nackt auszuziehen und schickte uns in die sogenannte „Sauna“. Das Wasser wurde in dieser „Sauna“ nicht erwärmt und man befahl uns, sich mit eisigem Wasser zu duschen. Als wir in diese „Sauna“ reingingen, erkannten wir uns gegenseitig erst gar nicht – geschoren, nackt, unerkennbar. Wir weinten und umarmten einander, die Nähe der kommenden Trennung fühlend. Nach diesem ungeheuerlichen Bad trieben uns die „Aufseherinnen“ mit ihren Knüppeln nackt in irgendeine andere Baracke, in der man uns Lagerkleidung gab. Jeder von uns bekam Holzschuhe für die Füße, aber leider in der falschen Größe. Wer Größe 35-36 brauchte, bekam 38-40 und umgekehrt. Ich möchte erwähnen, dass im Lager große Schlammflächen waren und wenn die Gefangenen auf dem Weg zur Arbeit da mit Schuhen in falscher Größe hineintraten, drohte ihnen der Tod. Denn wenn auf dem Weg zur Arbeit ein Gefangener mit seinem Fuß im Schlamm stecken blieb, hetzten die Deutschen ihre deutschen Schäferhunde auf denjenigen und die Hunde bissen ihn zu Tode. Und deshalb war es überlebenswichtig, ein passendes Paar Schuhe zu bekommen.