Esterka – überlebende der Shoa

Wir wurden in eine Baracke (Block) geführt. Dort wurden wir auf die Schlafpritschen aufgeteilt, pro Pritsche mehrere Personen. In dieser ersten Nacht konnte keiner von uns ein Auge zu machen. Jeder von uns dachte an seine Mutter, seinen Vater, seine Brüder, Schwestern und Verwandte. Wir wussten nicht, was aus uns werden würde, was uns erwartete. Jeder Block hatte eine „Blockführerin“, die auch eine Gefangene war, allerdings waren die Blockführerinnen wegen krimineller Straftaten und Prostitution inhaftiert. Die Deutschen gebrauchten sie für diese dreckigen Arbeiten, weil sie wussten, dass diese die Aufgaben „ehrenvoll“ ausführen würden. Wir alle und ich persönlich mussten nicht selten auf unseren Schultern deren Gummiknüppel und starken Fäuste spüren. Sie trieben uns raus zum „Zellenappell“ und zu schweren Arbeiten. Im Block befanden sich auch zwei Stellvertretende der Blockführerinnen, genannt „Stubendienst“. Sie verteilten das Essen, waren aber hauptsächlich den Blockführerinnen zu Diensten. Das Essen wurde in großen Kesseln gebracht. Es war heißes, gefärbtes Wasser mit Steckrüben. Da aber alle hungrig und durchgefroren waren, war das Essen blitzschnell vergriffen.