Esterka – überlebende der Shoa

Am Anfang unseres Aufenthalts im Lager gab man uns eine rote Schüssel für jeweils fünf Personen. Wir aßen die Suppe der Reihe nach und reichten die Schüssel immer an den nächsten weiter. Mit der Zeit verloren die Menschen jedoch die Kontrolle über sich selbst und ein tierischer Instinkt übernahm die Kontrolle – der Starke siegte über den Schwachen… Dieser erbärmliche Anblick hat sich mir für immer eingeprägt. Mit der Zeit aber, als unsere Untergrundorganisation mit ihrer Arbeit anfing, war eine der ersten wichtigen Aufgaben: durch die Förderung und Unterstützung der Moral das Tier im Menschen zu bändigen. Die Solidarität unter den Menschen wurde größer und sie fingen an, einander zu helfen. Der Kampf ums Überleben fing an. Es gab Menschen, die so schwach waren, dass sie nichts abbekamen. Bald fingen Krankheiten an sich zu verbreiten. Es gab nur wenig Wasser, sodass es unmöglich war, die Sauberkeit zu erhalten. Dafür waren bestimmte Voraussetzungen nötig.