Esterka – überlebende der Shoa

Im Januar 1943, während der frostigen Tage, starben die Menschen wie die Fliegen. Im Lager grassierte ein Virus. Die Moral fiel. Die Menschen verfielen in Depressionen. Anfang Februar erkranke ich ebenfalls an Typhus. Man fing an, die Baracken und unsere persönliche Kleidung zu desinfizieren. Wir besaßen nur einen Mantel, gestreifte Kleidung und dürftiges Schuhwerk. Die Deutschen trieben uns völlig nackt aus den Baracken. An diesem Wintertag im Februar mussten wir barfuß über die kalte, gefrorene Erde in eine andere Baracke gehen, die sich ein ganzes Stück weiter entfernt befand. Es war ein furchtbarer Anblick!!! Solche Desinfektionen veranstalteten die Deutschen oft. Viele von uns wurden krank und starben. Die Deutschen führten den Plan ihres Führers Hitler mit absoluter Genauigkeit und Sicherheit aus. Wie ich schon sagte, war ich an Typhus erkrankt. Ich hatte hohes Fieber, mein Körper brannte wie Feuer und ich starb fast vor Durst. Auf meiner Pritsche, auf der zusammen mit mir noch einige Mädchen aus unserer Stadt Grodno lagen, verbrachte ich eine schlaflose Nacht. Sie machten sich große Sorgen um mein Schicksal, wissend, dass wir bald zum Zellenappell antreten mussten und wenn jemand von uns nicht herauskam, war er des Todes. Ich lag auf meiner Pritsche und mein Körper glühte. Das einzige Wort, welches ich von mir geben konnte, war: „Trinken, trinken…“ Es war eine unvergessliche Nacht.