Esterka – überlebende der Shoa

Während der Arbeit außerhalb des Lagers sahen wir an diesem Tag eine männliche Arbeitsmannschaft aus Birkenau. Da sie schon langjährige Gefangene waren, warfen sie uns eine geschriebene Nachricht und etwas Brot rüber. In der Nachricht fragten sie uns, woher wir kämen und wann wir hier angekommen seien. Sie suchten ebenso wie auch wir nach Kontakten, um etwas über die Angehörigen zu erfahren. Und so begann unser Kontakt mit ihnen. An diesem Tag erfuhren wir von Männern aus Grodno und sie erfuhren auch gleich von mir. Und als sie von meinem Zustand hörten, übergaben sie ein Geschenk – eine Flasche Wasser. Aus dieser Flasche bekam ich allerdings nur sehr wenig Wasser, denn das Wasser musste unter den Mädchen geteilt werden. Trotzdem belebte es mich und stärkte meinen Geist. Im Lager für Männer verbreitete sich die Nachricht über mich und da man mich als energiegeladenes und mutiges Mädchen aus einer guten Familie kannte und ich zudem auch mal Mitglied im kommunistischen Jugendverband Komsomol war, standen sie ab dem Zeitpunkt in engem Kontakt zu mir.