Esterka – überlebende der Shoa

Doch aufgrund des Durstes siegte der Instinkt. Es entstand eine Unruhe und kam sogar zur Rauferei mit den dazugehörigen Erniedrigungen. Die Aufseherin „beruhigte“ uns mit ihrem Knüppel und wir mussten an diesem Tag für den einen Schluck Wasser teuer bezahlen. Dieser Zwischenfall bewies erneut, dass Vorkehrungen getroffen werden mussten, damit wir unsere Menschlichkeit nicht verloren. Aber wie? Sich nicht brechen lassen, die Kameraden mit gutem Beispiel und einem Wort der Hoffnung ermutigen, das Brot teilen und mit Wasser versorgen. Im Lager ging es bereits so weit, dass ein Gefangener dem anderen sein Stück Brot stahl und dies für den Bestohlenen zum Todesurteil wurde. Es musste unverzüglich gehandelt werden. Einzelgänger hätten nichts ausrichten können. Daher musste man eine solidarische, tapfere Jugendgruppe mit einem hohen moralischen Standard und Interesse am Gemeinwohl organisieren, die dann als Beispiel für die anderen Gefangenen dienen sollte.