Esterka – überlebende der Shoa

Tief in meinem Herzen glaube ich, glaubten wir alle, an das Leben, denn die Hoffnung verlässt nie die Lebenden. Dennoch starben unter diesen grauenvollen Umständen auch weiterhin die Gefangenen. Sie verwandelten sich in lebende Skelette, geschorene junge Frauen, gekleidet in lange, zerknitterte Kleider, mit Holzschuhen an den Füßen. Da ihre Kleidung nass war und einige keine Schuhe oder Schuhe in der falschen Größe hatten, wollten sie die Baracken nicht verlassen. Sie verfielen in Depressionen und Apathie. Unsere heilige Aufgabe war es, ihre Psyche zu stärken, ihnen Schuhe zu bringen, ihre Kleidung im Rahmen der Möglichkeiten auszutauschen, ein Stück Brot für sie aufzutreiben, Kartoffeln zu besorgen und unter Lebensgefahr auch etwas Wasser, besonders für die Kranken, die es so sehr brauchten. Zu jener Zeit zählte das zum Heldentum, zum Untergrund, denn der Feind lauerte überall und uns drohte für diese kameradschaftliche Hilfe der Tod, weil wir damit die Autorität der Nazis untergruben. Ihre Aufgabe war es, die Gefangenen so weit zu bringen, dass sie sich gegenseitig umbrachten und jegliches menschliche Gefühl in ihnen vergiftet wurde. Sie bemühten sich, dass Tier im Menschen zu wecken und das gelang ihnen viele, viele Male.