Esterka – überlebende der Shoa

Unser Untergrund

In jenen Tagen entstand in unserem Frauenlager eine Untergrundorganisation, welche das Ziel hatte, das Leben der Menschen zu erhalten. Unsere Untergrundorganisation arbeitete in enger Gemeinschaft mit anderen Nationalitäten, die ebenfalls Gefangenen in Auschwitz-Birkenau waren. Ich persönlich war von den Kameraden aus dem Männerlager gewählt worden, den Kontakt zwischen den Baracken im Frauenlager sowie die Verbindung zum Männerlager aufrechtzuerhalten. Ich wurde zur Verbindungsperson. Zudem war meine Aufgabe, Kleidung, Schuhe, Medikamente und Wertsachen zu „organisieren“, die ich gemeinsam mit anderen Gefangenen ins Lager bringen musste. Im Kommando „Kanada“ mussten wir ständig unser Leben einem großen Risiko aussetzen, denn für jeden noch so kleinen Gegenstand, der bei einem Gefangenen gefunden wurde, schickten die Deutschen ihn in die Gaskammer. Zusammen mit anderen Mitgliedern des Untergrunds verbreitete ich Nachrichten von der Front, wodurch die Gefangenen ermutigt und ihr Glaube an das Leben gestärkte wurde. Diese Aktionen richteten sich gegen die Deutschen, welche im Lager jede Minute einen Gefangenen gegen den anderen aufhetzten, damit die Menschen den Glauben an das Leben verloren, in Depression und Apathie verfielen und schneller starben.