Esterka – überlebende der Shoa

Die Männer aus dem Männerlager unterhielten Kontakte zu den Einwohnern in der Gegend und unterstützten damit die zu erfüllenden Aufgaben unseres Untergrunds. Natürlich geschah auch dies unter Lebensgefahr, den Tod ständig herausfordernd. Nicht weit von der Rampe entfernt, vor der die Transporte mit den Menschen hielten und von wo aus diese in die Gaskammern geschickt wurden, standen Baracken, in denen Gefangene die Wertsachen und viele andere Dinge sortierten, welche die ankommenden Menschen aus dem besetzten Europa dabei hatten. Unter diesen Sachen befanden sich auch unermessliche Reichtümer. Wie ich bereits erwähnte, nahm jeder von uns, nicht wissend, was ihn erwartete, die wertvollsten Dinge mit, denn andere, schwere Sachen, durften nicht mitgenommen werden. Es war nur leichtes Handgepäck zugelassen. Natürlich waren unter den Ankommenden viele Menschen, die kostbare Juwelen, Diamanten, Gold usw. bei sich hatten. Und jenen, die man in die Gaskammern schickte (so wie wohl auch meine Mutter), riss man nach deren Tod die goldenen Zähne raus, hackte ihnen die Finger ab, um ihnen die teuren, goldenen Ringe und andere Juwelen abzunehmen, welche sie am Körper trugen.