Esterka – überlebende der Shoa

Diese Mädchen lebten unter großer Anspannung und in großer Angst. Sie mussten täglich miterleben, wie vor ihren Augen Juden in die Gaskammern des Todes transportiert wurden, denn die Baracke „Kanada“ befand sich ja gleich neben der Rampe. An einem dieser Tage mussten ich und unsere Baracke eine Tragödie miterleben. Unsere gute Freundin Bella fasste den Entschluss, ihr Leben mit Selbstmord zu beenden. Sie war nicht länger in der Lage, all diese Erniedrigungen und Misshandlungen zu ertragen. Sie schnitt sich die Pulsadern am Handgelenk durch. Das Blut lief und sie verlor das Bewusstsein. Aber die Kameraden brachten sie schnell ins Krankenhaus. Dies geschah natürlich mit Genehmigung der SS, denn es war für sie eine Schande, dass diese Gefangene ihr Leben beenden wollte. Sie wollte sie mit ihren eigenen Händen umbringen. Und hier rettete unsere Untergrundorganisation ihr das Leben. Auf Befehlt der Deutschen brachte man sie schnell ins Krankenhaus und da waren unsere Leute, unter ihnen die Direktorin des Krankenhauses, Orli Reichert, Lagernummer 502.