Esterka – überlebende der Shoa

Anna Blumer, die ich bereits erwähnte, verlängerte mein Leben. Sie gehörte ebenfalls dem Untergrund an. Viele Jahre später, auf einer Prozession im Jahre 1966, traf ich zufällig ihren Ehemann, einen wunderbaren Mann namens Hermann. Aber danach habe ich ihn zu meinem Bedauern nicht wiedergesehen, obwohl wir einander versprochen hatten, den Kontakt aufrechtzuerhalten. Diese rührende Begegnung gab mir die Gelegenheit, ihm ein weiteres Mal über ihre Größe und Güte zu berichten. Anna Blumer starb im Lager, während sie die Güte den Menschen brachte. Bei einem ihrer „Besuche“ der Kranken steckte sie sich mit Typhus an, wurde sehr krank und bedauerlicherweise konnte sie nicht gerettet werden. Und so endete ihr Leben im Todeslager Birkenau. Alle beweinten sie, doch mit der Zeit wurde sie vergessen. Aber ich kann sie nicht vergessen, ihr gütiges und großes Menschenherz. Nach ihrem Tod führte ich ihre Arbeit fort. Während meiner kurzen Zeit in der „Diät-Küche“ „organisierte“ ich also Brot, Milch und Wasser und verteilte es unter den Kranken.