Esterka

 Übersetzt von: Irina Sudermann

1985 – 1986 Tel Aviv, Ex. Gefangene in Oświęciem Nr. 30910

Frieden, oder vielmehr: feindliche Elemente der Menschheit wollen das Grauen von Auschwitz vergessen, mit Geschrei wollen sie Deutschlands Jugend und die Welt damit einnebeln, dass Auschwitz nie existiert hat und die Gaskammern eine Erfindung jüdischer Zionisten sind. Aber ich lebe noch. Ich bin Zeugin der schrecklichsten Zeit auf Erden. Auschwitz und seine Flammen wird die Menschheitsgeschichte nicht vergessen. Und wenn irgendjemand in der Geschichte der Menschheit die Feuer, die Flammen, die Grauen der Hölle und den Namen von Auschwitz vergessen wollen wird, so wird das Leben auf der Erde vergehen, denn die Erinnerung an Auschwitz wird dabei helfen, das Böse auf dieser Erde zu vernichten. Meine Verpflichtung an meinem Lebensabend – die Wahrheit über die grauenvollste Epoche, über die Verhöhnungen und die Erniedrigungen der Menschheit, insbesondere der Juden, angefüllt mit deutschen Bestien, zu erzählen. Wir und ich, die letzten Mohikaner, wir, der Überrest des grauenvollsten Todeslagers der Welt, Überlebende all dieser Grauen – ich persönlich werde es niemals vergessen und werde es nicht zulassen, dass die Menschheit davon vergisst. Sich an die Grauen der Vergangenheit zu erinnern bedeutet, an das Gute und an das Menschliche in der Gegenwart zu denken! 40 Jahre später leben wir immer noch, befinden uns auf dieser Erde, aber man kann uns niemals mit den Bewohnern dieser Erde vergleichen wegen unserer Vergangenheit, unserer Leiden und ewiger Trauer, die wir in unseren Herzen tragen. Nichts und niemand auf dieser Welt wird uns dies nehmen können, denn der Rauch, die Flammen von Oświęciem, die Gaskammern, in denen unsere Mütter, Väter und Brüder brannten, sie werden immer vor uns sein bis zur letzten Minute meines, unseres Lebens. Und deshalb zähle ich, eine der Überlebenden des Todeslagers in Oświęciem, es für meine Pflicht, sogar nach 40 Jahren, im Rahmen meiner Möglichkeiten zu erzählen und zu übermitteln, was mit mir geschah. Ich möchte, dass meine Enkelkinder, Urenkel und die ganze Menschheit wissen, dass ich als junges Mädchen die Leiden eines ganzen Volkes auf meinen Schultern tragen musste, eines Volkes von Helden, welches die schwerste Last zu tragen hatte.

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