Esterka – überlebende der Shoa

Ich möchte betonen, als ich lebendig aus dem Dorf wieder zurückgekehrt war und alles erzählt hatte, was geschehen war, alle weinten und mein Vater die Psalmen „Tehillim“ las. Alle im Ghetto sprachen über die Vernichtung. Die Menschen hatten mit jedem Tag weniger zu essen. Dem Tyrannisieren der Juden durch die Deutschen nahm kein Ende, ganz im Gegenteil. Es kamen Erniedrigungen und Gesetzlosigkeit hinzu. An einem frostigen Wintertag trieben die Deutschen alle Juden aus den Straßen, die an den Marktplatz grenzten, auf den Marktplatz und befahlen ihnen, Löffel mitzunehmen. Anschließend stellte sich heraus, dass sie mit diesen Löffeln den Marktplatz von Schnee und Eis befreien sollten, an einem frostigen Tag, Alte, Kinder und auch ich. Der deutsche Offizier befahl, den Marktplatz mit diesen Löffeln unverzüglich zu reinigen. Den ganzen Tag reinigten die Alten und die Kinder auf allen Vieren den Marktplatz von Schnee und Eis. Und abends schossen die Deutschen in unsere Richtung. Viele kamen dabei ums Leben …

Ein anderes Mal stellten sie uns im Ghetto auf und zwangen uns zu singen und zu tanzen. Die verängstigten Juden sangen: „Jidl mit um Fidl.“