Esterka – überlebende der Shoa

Nach einiger Zeit waren auch wir an der Reihe. Die letzten Transporte aus dem Ghetto in Grodno begannen. Wir wurden angewiesen, die wichtigsten Sachen zu packen – nicht mehr, als man mit den Händen tragen konnte (Handgepäck). Leidvoll waren wir genötigt, unser Ghetto in Grodno zu verlassen. Zwei einsame Seelen vereinigten sich mit allen Juden des Ghettos und gingen einem ungewissen Schicksal entgegen. Wie Vieh wurden wir durch die Straßen von Grodno getrieben, wie Vieh bis zum Bahnhof, auf dem uns bereits Viehwaggons erwarteten. Es muss betont werden, dass die Deutschen alle erschossen, die aus der Kolonne ausscherten. Man stopfte uns „Juden! Verfluchte Juden!“ schreiend in die Waggons.