Esterka – überlebende der Shoa

Leise drückte ich mich an meine gequälte Mutter. Wir umarmten uns und weinten leise, nicht wissend, dass dies unsere letzten gemeinsamen Minuten sein würden… „Du wirst leben“, sagte meine Mutter. „Du bist jung und wirst deine Schwester Mathilda unbedingt noch in Israel treffen.“ Ich kuschelte mich an sie und versank in tiefe Trennungsangst. Es wurde dunkel und wir näherten uns, ein so schnelles Ende nicht kommen sehend, dem schrecklichsten Todeslager der Welt namens Auschwitz!!!

Es war eine dunkle, kalte Nacht. Unser Zug mit den Waggons, in denen wir uns befanden, fuhr vor die Rampe des Lagers von Oświęciem. Als wir aus den Waggons kletterten, bot sich uns ein grauenvolles Bild, welches noch nicht mal in den schrecklichsten Märchen zu finden ist. Es ist schwer, diese Szenen zu beschreiben, welche sich in dieser Nacht abspielten. Lediglich derjenige, der an eigenen Leib diese Schrecken und Erniedrigungen erlitten hat, kann es verstehen. Unsere kommenden jüdischen Generationen und die nachfolgenden Generationen dieser Welt werden niemals verstehen können, was wir erleiden mussten. Auf der Rampe von Oświęciem stehend hatten wir nicht die geringste Chance zu kämpfen. Aber sobald wir den Rauch der Gaskammern sahen, in denen unsere Mütter und Väter lebendig verbrannt wurden, verstanden wir, der letzte Rest, den man bisher noch am Leben gelassen hatte und in dieser Nacht ins Lager brachte, dass uns das gleiche Schicksal erwartete.