Esterka – überlebende der Shoa

Wir Frauen bekamen aufgrund der falschen Ernährung Durchfall und es kam vor, dass man es bis zur Toilette nicht schaffte, denn sie war ein ganzes Stück von der Baracke entfernt. Manche Mädchen gerieten in eine schreckliche Lage und wurden dann gegen Morgen in den Block 25 abgeholt – den Todesblock. Um vier Uhr nachts mussten wir schon zum sogenannten Zellenappell antreten. Wir hörten einen Gong, der uns daran erinnerte, dass wir unverzüglich aus der Baracke herauszukommen hatten. Vor dem Block stellten wir uns auf, fünf Personen pro Reihe. Ein Deutscher und eine deutsche Aufseherin (manchmal kam die Blockführerin auch, um zu helfen) kamen, um uns zu zählen und zu kontrollieren, ob alle Gefangenen an ihrem Platz waren. Wehe den, der auch nur eine Sekunde zu spät kam. An frostigen Tagen gingen wir alle schlecht gekleidet nach draußen, denn wie ich bereits beschrieben habe, wurden die Holzschuhe und die Kleidung in falscher Größe herausgegeben.