Esterka – überlebende der Shoa

Jeden Tag starben Menschen aufgrund der unmenschlichen Bedingungen. Es gab auch welche, nicht zur Arbeit rausgehen wollten, die apathisch wurden, gleichgültig, deren Kleidung nass war. Dann gab es einige, die während des Fußmarsches zur Arbeit ihre Holzschuhe verloren, weil es im Schlamm von Oświęciem stecken blieb. Außerdem spielten sich auch Szenen ab, die nicht von dieser Welt waren. Und hier waren wir nun, unsere Untergrundorganisation. Wir agierten und halfen den Mädchen, zum Appell herauszugehen, beschafften für sie Schuhe, übriggebliebene Kartoffeln, ein zusätzliches Stück Brot, etwas Wasser, Kleidung zum Wechseln, brachten den Kranken die Medikamente und stärkten den Geist und den Glauben an den Sieg. Wir überbrachten auch gute Nachrichten von der Front. Um das alles tun zu können, brauchte es Mut, Risikobereitschaft und großen Heldenmut. In dieser bestialischen Zeit waren meine Hände voller Arbeit. Ab und zu musste ich durch die Baracken gehen, Medikamente verteilen, zu den kranken Kameraden laufen, den anderen, welche fast vor Durst starben, einen Schluck Wasser bringen. Ich riskierte jede Minute mein Leben, aber ich war jung, furchtlos und erledigte hingebungsvoll alle Aufgaben. Ich wollte leben, doch sollte der Moment kommen, dass ich sterben müsste, war ich bereit, so wie schon viele andere vor mir, auch in den Tod zu gehen. Dadurch, dass ich zur Untergrundorganisation gehörte, wurde meine Moral gestärkt und ich hatte die Möglichkeit, den Menschen zu dienen. Außerdem bemühte ich mich darum, niemals die Menschenwürde zu verlieren. Daher konnte der Tod, welcher immer nahe war, mir keine Angst machen.