Esterka – überlebende der Shoa

Es waren jedes Mal furchtbar erniedrigende Szenen, die ohne Schläge nicht auskamen. Und so, wie das ganze Leben ein Risiko war, brachten einige trotzdem, ungeachtet der Folter und Erniedrigungen, Socken, Schlüpfer, Schuhe ins Lager, Sie wechselten ihre alten Schuhe jeden Tag bei der Arbeit und zogen jedes Mal andere Kleidung an, wechselten die alte gegen neue und bekamen im Tausch dafür ein Stück Brot oder Zigaretten. Auf diese Art und Weise wurden sie zur „Elite“ des Lagers. Es gab auch einige Deutsche, die bei einzelnen Gelegenheiten ein Auge zudrückten, wie zum Beispiel bei folgender Situation: Da es in der Baracke viele Wertsachen gab, wollten auch die Deutschen sich einige Dinge aneignen, also stehlen. Das war für den einfachen Deutschen aber strengstens verboten. Doch ungeachtet dessen rissen sie viele der Wertsachen an sich. Und da die Gefangenen Zeugen dieser Diebstähle waren, waren die Deutschen gezwungen, bei einigen Aktivitäten der Gefangenen die Augen zu schließen. Daher nutzten die Gefangenen im Rahmen der Möglichkeiten ab und zu die Gelegenheit, vor allem die Männer, und brachten Wertsachen ins Lager.