Esterka – überlebende der Shoa

Für diese Wertsachen und andere Dinge erhielten sie dann benötigte Medikamente, Lebensmittel und sogar Waffen von außerhalb des Lagers. Ich persönlich musste auch einige Zeit im Kommando „Kanada“ arbeiten. Von der Untergrundorganisation hatte ich den Auftrag, die Mädchen dort näher kennen zulernen und mich genau über die Möglichkeit zu informieren, einige Wertsachen und Gold aus der Baracke „Kanada“ für unseren Untergrund mitzunehmen. All diese Wertsachen wurden dann an unsere Kameraden aus dem Männerlager weitergegeben, die, wie ich bereits erwähnte, einer ständigen Verbindung nach außerhalb des Lagers hatten. Ich musste die Mädchen noch näher kennen lernen, mich mit ihrer Arbeit vertraut machen und mich persönlich über ihre Tätigkeiten informieren. Unter unseren Mädchen, die alle ihre Verpflichtungen hingebungsvoll erfüllten, befanden sich Bella, Janin, Paulette Sliwka und andere. Einer der mutigsten war unser lieber Kamerad Hans Zimetbaum, der den Mädchen in allem half, ohne sich dabei um sein Leben zu sorgen. Er war ein guter und feinfühliger Mensch. Nach meiner Typhus-Erkrankung verlegte man mich in den Block 27 des Lagers, in die „Diät-Küche“, wo ich Anna Blumer und Marie-Claude Vaillant-Couturier kennenlernte.