Esterka – überlebende der Shoa

Dank der Verbindungen des Untergrunds gelang es mir gerade zum richtigen Zeitpunkt in den Block zu kommen, aus dem die Mädchen ins Kommando „Kanada“ zur Arbeit gingen. Wie ich bereits beschrieb, zogen die Mädchen fast täglich neue Kleidung wie Schlüpfer, Strümpfe, Blusen an. Diese „verkauften“ sie dann an andere Gefangene im Lager, indem sie sie gegen Brot oder Zigaretten eintauschten. Ich möchte betonen, dass im Lager auch Deutsche, Polen und andere inhaftiert waren. Diese bekamen zu verschiedenen Festtagen Päckchen von zu Hause und die Mädchen aus „Kanada“ machten mit ihnen oft Tauschgeschäfte. Es war ein sogenannter „Warenaustausch“. Alle diese Aktionen waren sehr risikoreich. Es roch dabei immer nach Tod und mehr als ein Mädchen musste dafür mit dem Leben bezahlen.