Esterka – überlebende der Shoa

Es war das Jahr 1944. Zu der Zeit trafen nicht enden wollende Transporte aus ganz Europa ein. Mit einem der Transporte aus Frankreich kam die fünfzigjährige Charlotte Delbo. Sobald die Kameraden aus dem Untergrund, welche sie gut kannten, von ihrer „Ankunft“ erfuhren, trugen sie mir auf, sie zu finden, ihre Situation zu erkunden und unverzüglich mit ihr in Kontakt zu treten. Sie befand sich im „Quarantäne-Block“, in dem fast nur Franzosen waren. Für mich als Jüdin war es sehr risikoreich und gleichzeitig Verdacht erregend, in diesem Block aufzutauchen.

An einem Abend, im Halbdunkeln, entschloss ich mich, doch hinzugehen. Und da traf ich Charlotte Delbo, eine für mich völlig fremde,unbekannte Frau. Jahre nach der Befreiung beschrieb Charlotte Delbo unsere Begegnung in Ihrem Buch auf Seite 38 in dem Kapitel „Esther“. Ihre Erzählung über unsere Begegnung möchte ich meinen Erinnerungen beilegen. Dieses Buch, „Auschwitz, et aprés“  (Auschwitz und danach), befindet sich in der Bibliothèque Interuniversitaire de la Sorbonne in Paris. Dieses Meine lieben Kameradinnen aus dem Lager, Zipora Gutnik aus Paris, Lagernummer 52343 und Eva Golgewit, Lagernummer, haben dieses Buch gelesen. Im Verlauf meiner Erinnerung aus Birkenau werde ich von ihnen berichten. In unserem gemeinsamen Kampf gegen die Nazis waren das wunderbare Menschen. Wir arbeiteten gemeinsam in der Untergrundorganisation „Widerstand“.